Broschüre »Aktive Zivilgesellschaft in Europa«

Beispiele von internationalen Projekten, die Vereine, Verbände, Stiftungen und andere Organisationen in Deutschland mit ihren europäischen Partner in den Jahren 2007 bis 2010 durchgeführt haben und im Rahmen der Aktion 2, Maßnahme 3 »Aktive Zivilgesellschaft in Europa« von der EU gefördert wurden, finden Sie auch in der Broschüre » ›Aktive europäischeZivilgesellschaft‹ in Deutschland«.

Die Broschüre können Sie kostenfrei bei der Kontaktstelle EfBB bestellen.

Die Broschüre als pdf-Download (1.73 MB)


Archiv: »Europa für Bürgerinnen und Bürger« (2007-2013)

Aktion 2

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen geförderte Projekte der Aktion 2 - »Aktive Zivilgesellschaft in Europa« vor.

Maßnahme 3

Europäischer Geschichtsweg

Wer die Schlossallee und die angrenzenden Wanderwege am Jagdschloss Clemenswerth bei Sögel entlang wandert, kann sich während seines Spazierganges über 2000 Jahre europäische Geschichte informieren – so auch die Passanten der Uferpromenade an der Oise in der französischen Gemeinde Pontoise, die Besucher/innen des Hotelhügels »Marienberg« im polnischen Strzelin und diejenigen, die sich auf den historischen Wanderweg im niederländischen Vlagtwedde begeben. Das Projekt »Europäischer Geschichtsweg«, das von August 2011 bis März 2013 mit 10.000 Euro von der Europäischen Union unterstützt wurde, ermöglicht die Reise durch 2000 Jahre gemeinsame Geschichte in Europa. Der Heimat- und Bürgerverein Aschendorf e.V. und seine Projektpartner – Schulen und Schülergemeinschaften aus Pontoise, Strzelin und Vlagtwedde sowie das Forum Sögel e.V. – haben diese Idee umgesetzt. 80 Schüler/innen aus den vier Kommunen haben mit ihren Lehrer/innen historische Ereignisse ausgewählt, die für Europa und ihr jeweiliges Land von Bedeutung sind. In lokalen Arbeitsgruppen haben sie in vierfacher Ausfertigung 46 Stelen mit Informationstafeln aus Bildern und Texten in ihren Landessprachen sowie in Englisch erstellt. Diese wurden jeweils auf den Gebieten der Kommunen aufgestellt. So entstanden vier gleiche europäische Geschichtswege in unterschiedlichen Gegenden, die die gemeinsamen historischen Grundlagen für den europäischen Kulturraum sichtbar machen und die Identifikation der Besucher mit Europa fördern sollen. Bei einem Schülersymposium diskutierten alle beteiligten Jugendlichen mit Prof. Eugen Kotte von der Universität Vechta über die europäische Geschichte, über Gemeinsamkeiten, über unterschiedliche Wahrnehmungen und über das Projekt. Die Geschichtswege sind für alle Interessierten weiterhin begehbar. Zudem können sie als Grundlage für geschichtsdidaktische Forschungsprojekte und den schulischen Geschichtsunterricht genutzt werden. Student/innen der Universität Vechta erarbeiten beispielsweise zusammen mit ihrem Geschichtsprofessor Material für Schulen, welches auch den Nachbarländern zur Verfügung gestellt wird.

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Fit for intergenerational Work

Für Erwachsene gibt es bereits Angebote intergenerationeller Begegnungen. Im Bereich der Jugendbildung hingegen besteht diesbezüglich Nachholbedarf. Mit dem Ziel, das InterGenerationen-Netzwerk um Organisationen der internationalen Jugendarbeit zu erweitern und die Durchführung internationaler, intergenerationeller Begegnungen künftig zu erleichtern, führt die Kreisau-Initiative zusammen mit zehn weiteren Organisationen aus den Bereichen Jugend- und Erwachsenenbildung zwischen Januar 2013 und Mai 2014 das Projekt »Fit for Intergenerational Work« durch. Aus bulgarischen, deutschen, französischen, italienischen, polnischen, slowenischen und tschechischen Organisationen sind insgesamt etwa 135 Mitarbeiter und Freiwillige beteiligt. Sie entwickeln, diskutieren, testen und bewerten neue Methoden für internationale Begegnungen von gemischten Altersgruppen. Dazu finden in Berlin, Heppenheim und Kreisau zwischen April und Dezember 2013 fünf internationale Begegnungen statt. Drei von ihnen sind intergenerationelle Veranstaltungen wie »Zwerge treffen Riesen« im Juli 2013 in Kreisau, bei denen die entwickelten Methoden direkt in der Praxis getestet werden. Die Erkenntnisse des Projektes werden schließlich in einem Methodenhandbuch zusammengefasst. Darüber hinaus soll durch einen Relaunch der Website www.intergenereations.eu die öffentliche Wahrnehmung des Themas internationale, intergenerationelle Arbeit langfristig erhöht werden. So soll »Fit for Intergenerational Work«, für das die Europäische Union den Projektträgern einen Zuschuss von 46.000 Euro zugesagt hat, einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung einer aktiven, alle Generationen umfassenden Zivilgesellschaft in Europa leisten.

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Young faces of Europe

Vielerorts in Europa engagieren sich Jugendliche, um ihr unmittelbares Lebensumfeld zu verbessern. Wie dieses Engagement von kleinen, unabhängigen Initiativen konkret aussehen kann, veranschaulicht das von der Europäischen Union mit 149.000 Euro geförderte Projekt »Young faces of Europe«, das der Mannheimer Verein Starkmacher e.V. zusammen mit fünf Organisationen der Jugend- und Kulturarbeit aus Italien, Litauen, Slowenien, Portugal und Tschechien zwischen September 2012 und Februar 2014 umsetzt. Filmschaffende, Fotografen und andere kreative Köpfe aus Italien und Deutschland begeben sich gemeinsam auf eine Reise quer durch Europa, um dort Eindrücke, Ideen und Meinungen von jungen Menschen über freiwilliges Engagement zu sammeln und diese in einem Film-Tagebuch zu dokumentie-ren. Insgesamt sollen sechs Filmepisoden entstehen, die auf der Internetseite des Vereins Starkmacher e.V. veröffentlicht werden und den Austausch über das Leben junger Menschen in Europa anregen sollen. Darüber hinaus erstellen die Teilnehmer einen Film, der die Beiträge des Film-Tagebuchs bündelt und zugleich die Dreharbeiten selbst dokumentiert. Dieser wird auf einer öffentlichen Premiere Ende 2013 gezeigt. Die positiven Beispiele sollen Jugendliche anregen, sich selbst für die Gesellschaft zu engagieren. Auf einem internationalen Abschlusstreffen im Dezember 2013 werden die Möglichkeiten, wie junge Menschen in Europa ihre Zukunft und ihre Gesellschaft selbst mitgestalten können, noch einmal diskutiert.

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»Freiwillig in Europa - Freiwillig für Europa«

71 junge Menschen aus acht europäischen Nationen arbeiteten in sieben Gruppen zusammen und entdeckten Möglichkeiten, in der EU freiwilligen Tätigkeiten nachzugehen. Die Teilnehmer/innen kamen aus Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Italien, Lettland, Litauen, Schweden, Tschechien und Polen. Als Redakteure einer Internetradio-Redaktion, als Reporter, als Schauspieler oder hinter der Kamera produzierten die Jugendlichen Beiträge über ehrenamtliches Engagement in den beteiligten Ländern. Dies war das Kernstück des Projektes »Freiwillig in Europa – Freiwillig für Europa«, welches anlässlich des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 im Rahmen einer Seminarwoche vom 2. bis 9. Oktober 2011 im Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ St. Marienthal) in Görlitz stattfand. Neben dem IBZ St. Marienthal sind zehn weitere Bildungsstätten und Schulen aus den genannten Ländern beteiligt. Seit 1996 führen diese jährlich bis zu drei Veranstaltungen dieser Art durch. Ziel des durch die Europäische Union mit 76.000 Euro geförderten Projektes »Freiwillig in Europa – Freiwillig für Europa« war die Erkenntnis der Jugendlichen, dass sich nur durch selbstständiges Engagement die Gesellschaft in ihrem Sinne verändern kann. Das Rahmenprogramm bot viele Gelegenheiten, die Teilnehmer aus den anderen Ländern persönlich kennenzulernen und dadurch das Ideal eines vereinten Europas, des europäischen Zusammengehörigkeitsgefühls »im Kleinen« zu erleben. Die Erfahrungen aller beteiligten sowie die erarbeiteten Video- und Audiobeiträge hat die Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal auf ihrer Inter-netseite für die Öffentlichkeit bereitgestellt, um mit den Ergebnissen der Projektarbeit alle Interessierten über Freiwilligenarbeit in Europa zu informieren.

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»Dein Engagement - Gesellschaft aktiv mitgestalten«

Mit dem Ziel, die Kompetenzen von Jugendlichen zur Durchführung grenzüberschreitender ehrenamtlicher Tätigkeiten zur erweitern, konzipierte der deutsche Verein MitOST e.V. gemeinsam mit Südwind Niederösterreich Süd (AT), der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft (BG), Antikomplex (CZ) und der Europäischen Bildungs- und Begegnungsstätte ein interkulturelles Jugendseminar, das von der EU mit 42.000 Euro unterstützt wurde. Es richtete sich an junge Erwachsene aus Europa, die sich ehren- und hauptamtlich in den Bereichen Schule, Jugendarbeit, politische Bildung und Kultur engagieren. Während der sechstägigen Veranstaltung im März 2011 fanden Workshops, u.a. zu Formen und Zielen von Engagement, zur Bedeutung von ehrenamtlichen Tätigkeiten und zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten in den beteiligten Ländern statt. Im Plenum diskutierten die 60 Jugendlichen die Ergebnisse des Workshops und in einer abschließenden gemeinsamen Arbeitsgruppe erarbeiteten sie gemeinsame Projekte zur Stärkung der Zivilgesellschaft. Die Ergebnisse der Veranstaltung, sowie die angewandten Methoden dokumentierten die Organisatoren in einer Broschüre.

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»Europa wächst auf der Straße zusammen«

In Anlehnung an die Idee der Städtepartnerschaften initiierte der soziokulturelle Verein Wirkstatt e.V. (DE) gemeinsam mit der Associazione Proloco (IT) im Jahr 2010 die erste europäische Straßenpartnerstadt zwischen der Klauprechtstraße in Karlsruhe und der Via Gazzei Radicondoli (IT). Die Projektpartner gehen davon aus, dass bereits im Mikrokosmos der Straße, in der Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenleben und auf vielfältige Weise im gemeinsamen Straßenraum durch Wohnung, Arbeit, Versorgung, Bildung oder Kultur miteinander vernetzt sind, europäische Integration passiert. Ziel des Projekts ist es, das Zusammenwachsen auf europäischer Ebene zu pflegen und ein Straßennetzwerk zu gründen, das als Modellversuch für weitere europäische Kooperationen auf Straßenebene dienen und zukünftig weiter ausgebaut werden soll. Im September 2010 kamen zunächst Bewohner/innen der Via Gazzei in die Klauprechtstraße, um gemeinsam die neue Partnerschaft und ein großes Europafest zu feiern. Zwei Aspekte standen während der viertägigen Begegnung im Vordergrund: Die so genannte europäische Spurensuche im Rahmen einer europäischen Geschichts- und Ideen-Werkstatt sowie ein deutsch-italienisches Straßenmusikprojekt. Im Juni findet der Gegenbesuch der deutschen Teilnehmer/innen Radicondoli statt. Die EU unterstützte die Begegnung mit 42.200 Euro.

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»www.european-online-learning.eu«

Junge Menschen in Europa für die EU und europäische Fragestellungen zu interessieren, ist nicht immer einfach. Informationen über das politische System der EU sind häufig abstrakt und selten in jugendgerechter Sprache verfasst. Der Verein Bürger Europas e.V. (DE) hat daher gemeinsam mit acht Partnerorganisationen aus acht europäischen Ländern (BG, FR, HU, IT, LV, LT, SK, SV) im Jahr 2010 eine Initiative zur Entwicklung einer Internetseite ergriffen, die jungen Menschen die Möglichkeit gibt, Europa zu erkunden. Ziel war es, zielgruppengerechte Informationsangebote zu erstellen, die die politische, historische, gesellschaftliche und kulturelle Dimension an Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren vermitteln können. Gleichzeitig bietet die Internetseite den Jugendlichen auch interaktive Möglichkeiten des Austauschs über die Ländergrenzen hinweg. Die Seite baut auf zwei Hauptmodulen auf: dem Bereich Europawissen und dem Europaspiel »that’s eUrope«. Neben diesen beiden Modulen sind ein Quiz sowie eine Sonderseite, die über die aktuellen europäischen Kulturhauptstädte informiert, weitere Elemente der Seite. Eine audiovisuell gestaltete Zeitreise lässt die wichtigsten Etappen der europäischen Integration nacherleben. Die EU unterstützte die Entwicklung der Seite mit ca. 38.000 Euro.

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»Demokratie in Bewegung - democracy in motion«

Im Jahr 2009 initiierte die gGmbH OMNIBUS für direkte Demokratie (DE) gemeinsam mit dem Verein Mehr Demokratie! (DE) und der University of Fine Arts (GR) eine Reise des Omnibus für Demokratie durch Südost-Europa, um insbesondere die Bevölkerung in den neuen EU-Mitgliedstaaten über Beteiligungsformen an politischen Entscheidungsfindungen zu informieren und für eine aktive Teilnahme am europäischen Demokratisierungsprozess zu gewinnen. Unter dem Motto »Demokratie in Bewegung – democracy in motion« durchquerte der Bus innerhalb von drei Monaten zwölf Länder, legte ca. 8.000 km zurück und machte in über 20 Städten Station. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Goethe-Instituten vor Ort und anderen regionalen Partnern wurden hier Vorträge, Diskussionsrunden, Lesungen, Workshops, Ausstellungen und Filmvorführungen zum Thema »Kunst und Demokratie« organisiert. Die EU förderte mit einem Betrag von 55.000 Euro eine umfangreiche Filmdokumentation der Reise sowie die Erstellung einer zweisprachigen Internetseite. Alle ca. 80 Veranstaltungen in den Städten wurden in Filmen, Fotos und Texten festgehalten und Interviews mit Besucher/innen des OMNIBUS aufgezeichnet.

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»Vote Europe!«

Vor dem Hintergrund der 7. Direktwahlen zum Europäischen Parlament im Juni 2009 erstellte die Katholische Arbeiterbewegung Deutschlands gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Belgien, Italien und Österreich eine mehrsprachige Internetplattform. Sie bot Hintergrundinformationen zur Wahl und vertiefte Einblicke in die Themen wie Arbeit, Zusammenhalt in Europa, Bildung und Migration. Das Portal ermöglichte es den Bürger/innen mit Europapolitiker/inne/n über Fragen zur Zukunft Europas zu diskutieren und ein Votum zu verschiedenen Fragestellungen zu den zentralen Wahlkampfthemen abzugeben. Die Abstimmungsergebnisse wurden den Kandidat/inn/en der EP-Wahl zugesandt, um die Bedeutung sozialer Fragen im Wahlkampf deutlich zu machen. Die EU unterstützte das Projekt mit einem Betrag in Höhe von 55.000 Euro.

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»RADAR - Rural Areas Defence Against Racism«

© EZBB d RFV e.V.

Nationalistische Strömungen gehen oft mit Rassismus und Europafeindlichkeit einher und bedrohen den europäischen Integrationsprozess sowie die Anerkennung der gemeinsamen europäischen Werte. Solche Auffassungen stehen im Gegensatz zur Entwicklung einer europäischen Identität und scheinen – so die Beobachtung der Projektträger – in ländlichen Gebieten stärker ausgeprägt zu sein als in der Stadt. Diesem Phänomen entgegenzuwirken, war Ziel des zivilgesellschaftlichen Projektes »Rural Areas Defence Against Racism – RADAR « (Ländliche Regionen verteidigen sich gegen Rassismus), das die Bildungs- und Jugendeinrichtungen Europazentrum Brandenburg-Berlin (DE), der Europaverein Choja – Gryfino (PL), der Verein »Krankenpflegeschule« Cheb (CZ) und die Bürgerwehr Ungarn (HU) von September 2008 bis Juli 2009 gemeinsam durchführten. Alle Organisationen sind in ländlichen Regionen angesiedelt, die ähnlich strukturiert sind.
Im Rahmen einer Konferenzreihe trafen sich Bildungsvertreter/innen und Jugendarbeiter/innen aus den Partnerländern, um sich ein Bild über Erscheinungen von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in den jeweiligen Ländern zu machen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Konzepte zu entwickeln, wie sie in ihren Regionen wirksam und nachhaltig bekämpft werden können. Neben einer gemeinsamen Auftaktkonferenz im September 2008 in Pinnow (DE) gab es insgesamt drei nationale Konferenzen in den weiteren Partnerländern sowie im Anschluss eine Vertiefungskonferenz, die in Kolberg (DE) stattfand. Die ca. 50 Teilnehmer/innen untersuchten in erster Linie, ob und in welchem Umfang sich die Menschen, die in ländlichen Gebieten in Deutschland, Polen, Ungarn und Tschechien leben, fremdenfeindlich und rassistisch verhalten und wie die Bevölkerung und Institutionen darauf reagieren. Schwerpunkte der einzelnen Veranstaltungen waren unter anderem die Problematik der Neonazis in Deutschland und die Gewalt gegen und die Diskriminierung von Sinti und Roma in Tschechien und Ungarn. Jede beteiligte Organisation hat das Seminar in ihrem Land selbständig inhaltlich gestaltet und organisiert. Unterstützt wurde das Projekt RADAR von der Europäischen Union mit 40.200 Euro.

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